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Warum gute Charakterentwicklung beim Schreiben so wichtig ist

  • Autorenbild: Caroline Barns
    Caroline Barns
  • 2. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Jan.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, warum man den Ausbau von Charakteren nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte und wie ich persönlich beim Schreiben in diesem Bereich vorgehe.


Vorab: Ich werde hier nicht erklären, welche Charaktertypen es gibt (googelt dafür gern den Begriff Archetypen), sondern darauf eingehen, warum ich großen Wert auf eine tiefgehende Charakterausarbeitung lege.


Neulich habe ich einen Film gesehen, in dem die Protagonistin von einem potenziellen Love Interest dazu aufgefordert wird, etwas über sich zu erzählen. Ihre Antwort lautete sinngemäß:„Oh, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“

Das Problem daran war weniger ihre Unsicherheit – sondern vielmehr, dass sie keinen echten Charakter hatte.


In Geschichten gibt es oft klare Anzeichen dafür, dass sich beim Schreiben zwar Gedanken über die Handlung, nicht aber über die Figuren gemacht wurde.


1. Charaktere reagieren nur, statt selbst zu handeln

Häufig tauchen dann Nebenfiguren auf, die dem Protagonisten oder der Protagonistin ins Gewissen reden oder genau vorgeben, was zu tun ist. Diese Anweisungen werden brav befolgt, bis der nächste Plotpunkt abgearbeitet ist.

Gelegentlich gibt es zwar Widerworte oder eine Ablehnung bei moralisch fragwürdigen Entscheidungen, doch die Motivation hinter dem Handeln bleibt meist unklar. Deshalb sollte man sich immer fragen:

  • Was ist dem Charakter im Leben wichtig?

  • Warum handelt er oder sie in dieser Situation genau so?

Ist die Protagonistin eine ehrliche Seele, wird sie vermutlich keine Ja-Sagerin sein. Lehnt ein Protagonist in einer Szene Gewalt ab und findet sich in der nächsten plötzlich in einer Prügelei wieder, ist etwas schiefgelaufen. Das kann zwar passieren – für die Leser:innen ist es aber nur dann nachvollziehbar, wenn Punkt zwei berücksichtigt wird.


2. Es gibt keine "echte" Charakterentwicklung

Charaktere erleben in Geschichten oft prägende oder sogar traumatische Ereignisse. Umgekehrt starten sie vielleicht bereits mit einem Trauma und die Handlung beschreibt ihren Weg zur Heilung.

Ihr erinnert euch sicher selbst an Momente, die euer Leben nachhaltig verändert haben – und genau das sollte auch mit Figuren in Geschichten passieren.

Lehnt der oben genannte Protagonist Gewalt grundsätzlich ab, muss aber miterleben, wie eine geliebte Person erstochen wird, löst das zwangsläufig etwas in ihm aus. Vielleicht findet er sich daraufhin doch in einer Schlägerei mit dem Täter wieder.

Dann stellen sich wichtige Fragen:

  • Wie geht er damit um, seine moralischen Prinzipien verletzt zu haben?

  • Bereut er es, dass ihn seine Wut übermannt hat?

  • Oder ist er nun überzeugt, dass die Welt schlecht ist, und greift selbst vermehrt zu Gewalt?


Wie ich beim Schreiben vorgehe


Um diese Probleme zu vermeiden, lege ich für alle (relevanten) Charaktere meiner Geschichten Charakterbögen an. So kann ich jederzeit Details nachschlagen und bereits im Voraus planen, wie die Charakterentwicklung abläuft.


Charakterbogen Elena Teil 1

Ich habe euch ein paar Bilder eingefügt, wie ich das bei Lacire umgesetzt habe. Je nach Geschichte variiere ich den Aufbau der Bögen etwas, doch das Grundgerüst bleibt meist gleich. Besonders die Verhaltensstudien sind eine gute Übung, um sich in andere Menschen hineinzuversetzen und neue Perspektiven einzunehmen.

Charakterbogen Elena Teil 2

Ein weiterer Vorteil: Ich weiß jederzeit, welche Charaktere überhaupt vorkommen, und muss nicht ständig im Text nachschlagen, welche Haarfarbe Charakter XY hat – denn solche Details vergesse ich permanent.

 

Charakterbogen Elena Teil 3

Hinweis: Die Texte sind schon etwas älter, weshalb sowohl Inhalt als auch Rechtschreibung/Grammatik fehlerhaft sein können.


Liebe Grüße

Caroline Barns




 
 
 

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