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Der Schreibprozess von Knight & Freud – Part 2: Das Schreiben

  • Autorenbild: Caroline Barns
    Caroline Barns
  • 10. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Theoretisch sollte der Prozess ab hier gar nicht mehr so schwer sein. Da sowohl die Handlung als auch die Charaktere inkl. Hintergrundgeschichten fertig sind, könnte ich mich einfach nur noch am Leitfanden entlanghangeln. Anfangs tue ich das auch. Zwischen zwei Büchern steigt auch meine Ambition, meinen Schreibstil zu verbessern.


Dazu zählt:

  • Die Länge der Sätze nicht ausufern zu lassen

  • Unnötige Füllwörter gar nicht erst in die Sätze einzubauen

  • Meinen Wortschatz besser auszuschöpfen


Ziehe ich durch?


Sagen wir so: In den ersten paar Kapiteln achte ich noch darauf. Mein Perfektionismus treibt mich dazu, die Charaktere, die nähere Umgebung und vor allem die Stimmung so gut wie möglich zu beschreiben. Ich will den Lesenden meine Vision erklären, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Der Lesefluss sollte nach Möglichkeit nicht ins Stocken geraten.


Die ersten Kapitel sind auch deswegen so spannend, weil ich in eine neue Welt abtauche, sie zum Leben erwecke und die Charaktere sich langsam formen. Charakterbögen sind eine Sache, sie sprechen und handeln zu lassen, ist eine andere Geschichte.


Schleichende Veränderung


Doch nach und nach verändern sich Dinge. Mir ist beispielsweise aufgefallen, dass ich den Bösewicht dieser Reihe sehr oberflächlich gehalten hatte. Da mein Fokus zu sehr auf den Geistern und Untoten lag, hatte ich ihn vernachlässigt. Beim nachträglichen Bearbeiten seines Charakterbogens hatte er plötzlich einen Sohn, den ich zuvor nicht eingeplant hatte: Antonio Becket. Er sollte nicht eine zu große Rolle spielen und dem bin ich bis zum Ende treugeblieben. Doch er sollte nicht die einzige Person bleiben, die ich erst im Laufe des Schreibens hinzugedichtet habe. Leider kann ich dazu keine genaueren Angaben machen, ohne zu spoilern. Doch alle, die das Buch gelesen haben, können sich vermutlich einen Reim darauf machen.


Auch die Art und Weise, wie die Untoten aber vor allem die Geister agieren, hat sich im Laufe des Schreibprozesses geändert. Mir sind viele Probleme erst beim Schreiben aufgefallen, an die ich im Voraus nicht gedacht hatte. Leider tendiere ich gerne dazu, Problemstellen aufzuschieben. Ich bin gerade im Schreibflow und will mich nicht stören lassen. Je nach Größe des Problems kann das jedoch weitreichende Folgen mit sich ziehen. Fragt euch daher folgendes: Steht das Problem für sich und kann es später mit ein paar Zeilen gelöst werden? Dann könnt ihr es liegenlassen. Betrifft es weitere Stellen in der Geschichte, die ihr anschließend ändern oder sogar ganze Szenen komplett neu schrieben müsst? Schaut es euch besser zeitnahe an.

Pinnwand Knight & Freud
Kurze Notizen zu Dingen, die man immer wieder vergisst, können Nerven schonen. So (random) sieht das bei mir aus.

Einmal Motivation zum Mitnehmen, bitte.


Dieses Thema ist auch eng an meine Schreibmotivation gekoppelt. Ich höre immer wieder, dass nicht wenige Leute mit einem Buch anfangen, es aber nie beenden. Das kann ich vollkommen verstehen. Meine Motivation geht meist dann verloren, wenn ich gerade etwa bei der Hälfte des Buchs angekommen bin. Die Story ist in meinem Kopf schon längst fertig, doch in der Datei fehlen noch so viele Wörter. Am liebsten würde ich mich schon wieder in ein neues Projekt stürzen und ärgere mich darüber, dass dieses hier noch nicht fertig ist. Auch wenn es mir an dieser Stelle glücklicherweise nicht an Disziplin mangelt, das Schreiben weiter durchzuziehen, leidet die Qualität an anderer Stelle. Ich nehme mir nicht mehr so viel Zeit, wie zu Beginn, und verlagere mehr Dinge auf die Überarbeitung.


Wir nähernd uns dem Ende


Als ich dann jedoch fast am Ende der Geschichte angelangt war, geriet ich noch einmal ordentlich ins Stocken. Was der Grund dafür war und wie die Überarbeitung ablief, erfahrt ihr im nächsten Post.


Viele Grüße

Caroline Barns

 

 
 
 

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