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Der Schreibprozess von Knight & Freud – Part 3: Das Ende und die Korrekturschleifen

Autorenbild: Larissa Best
Larissa Best
17. Apr.
3 Min. Lesezeit

Den letzten Teil dieser Reihe beginne ich mit dem Ende des Schreibprozesses. Mir ist bereits während des Schreibens aufgefallen, dass ich das große Finale nur äußerst dürftig geplant hatte. Mir war klar, wie es starten und wie das Ergebnis lauten sollte. Was genau dort geschehen sollte, hatte ich nicht weiter ausgearbeitet. Das kann von Vorteil sein, wenn man sich nicht zu sehr einschränken und flexibler auf eventuelle Änderungen während des Schreibprozesses reagieren möchte. Bis ich zum Finale kam, war mir jedoch noch nicht bewusst, dass irgendwas an der Schichte noch nicht so ganz rund war. Deswegen sparte ich diesen Part aus und schrieb die letzte zwei Kapitel des Buches, in der Hoffnung, danach schlauer zu sein. Aber das war ich nicht.


Verdrängung mithilfe von Korrekturschleifen


Ich legte daher zwei Wochen Pause ein, um ein wenig Abstand zu der Geschichte zu gewinnen und mit einem anderen Blick an die Sache heranzugehen. Aber auch das hatte nicht geholfen. Deswegen begann ich damit, die erste von zwei Korrekturschleifen des Buches vorzunehmen. In meinem Schreibprogramm Papyrus schalte ich dafür die so genannte Stilanalyse ein, welche mir alle doppelten Wörter innerhalb ein paar Zeilen anzeigt und Füllwörter etc. markiert. Anschließend lese ich den Text erneut und achte noch einmal gezielt auf Satzstruktur und Inhalt. Dabei muss man auch auf diverse Details achten. Kann Charakter x jetzt eigentlich an diesem Ort sein? Hat er sich umgezogen? Müsste er nicht mal wieder schlafen? Wie habe ich eine bestimmte Sache am Anfang des Buches beschrieben?


Zu Beginn habe ich noch Freude an den Korrekturarbeiten, weil ich meine Geschichte noch ein zweites Mal durchleben kann. Doch je länger ich daran sitze, desto mehr zermürbt es mich und bin entsprechend froh, wenn der Part abgeschlossen ist. Zumal er auch meist länger dauert, als ich dafür einplane. Ich war der festen Überzeugung, dass High Fantasy aufgrund des großen Weltenbaus einen höheren Aufwand bedeutet. Doch wenn ich ehrlich bin, nimmt es sich nicht allzu viel.


Wenn die Verzweiflung groß ist…


Irgendwann war ich fertig mit den Korrekturarbeiten und hatte das Finale immer noch nicht geschrieben. Diese Vorgehensweise kann ich übrigens nicht empfehlen. Glücklicherweise hatte sich dadurch kaum etwas am Rest der Geschichte geändert, doch wenn dies der Fall gewesen wäre, hätte ich vermutlich eine dritte Korrekturschleife drehen müssen, die immens viel Zeit und Nerven gekostet hätte.


Da mir keine Idee kam und ich langsam verzweifelte, habe ich auf eine fragwürdige Methode zurückgegriffen und habe ChatGPT um Hilfe gebeten. Als Autorin kann ich von Glück behaupten, dass die KI richtig schlechte Vorschläge geliefert hat. Da sie am Ende nur auf das zurückgreift, mit dem sie trainiert wurde, wird einem ein Klischee nach dem anderen um die Ohren gehauen. Alles klang super vorhersehbar.


Dass „Autor*innen“ ernsthaft behaupten, sie würden ihre Bücher mithilfe von KI schreiben, ist für mich an diesem Punkt unvorstellbar. Am Ende ist die Qualität mies von vor allen kein bisschen originell. Immerhin hat ChatGPT mir ein Stichwort geliefert, dass ich dann in einen komplett anderen Kontext gesetzt und weiterentwickelt habe. Vermutlich wäre ich aber auch zu einer guten Idee gekommen, wenn ich mir selbst nicht so einen Druck gemacht und mich in Ruhe hingesetzt hätte.


Fazit


Am Ende war ich mit dem Finale zufrieden, aber die krampfhafte Herleitung hat mich gestört. Ich wünschte, die Idee dazu hätte sich natürlicher in die Geschichte einweben lassen, so wie es beim Rest des Schreibens der Fall gewesen war.


Dokumentstatistik Knight & Freud

Zuletzt noch für alle Leute, die Statistiken mögen: „Knight & Freud“ ist an 53 Schreibtagen zwischen dem 17.09.2024 und 02.04.2025 entstanden. Im Schnitt habe ich dabei pro Tag 2.767 Wörter geschrieben.



Liebe Grüße

Caroline Barns

 
 
 

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3 Kommentare


Gast
27. Aug.

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Gast
21. Aug.

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Gast
11. Aug.

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